| Pressemitteilung des Antifa-Archivs Münsterland: Straftaten auf Rechtsrock-Konzerten in Greven |
|
|
|
|
Auf einer gemeinsamen Veranstaltung vom Ortsverband der Grünen und dem Antifaschistischen Archiv Münsterland wurden erstmals Videoaufnahmen eines Rechtsrock-Konzertes aus Greven
der Öffentlichkeit präsentiert. Bei diesem Rechtsrock-Konzert, welches bereits im Februar diesen Jahres unter Duldung von Ordnungsamt und Polizei über die Bühne ging, wurden wiederholt strafbare Handlungen begangen. Neben dem in der rechten Szene üblichen "Hitlergrüßen" und "Sieg Heil"-Rufen wurde auch ganz unverhohlen zu Gewalttaten gegen politische Gegner aufgerufen. In erschreckender Deutlichkeit stellte das vorgeführte Videomaterial den Ablauf eines von mehreren Rechtsrock-Konzerten dar. Nicht zuletzt durch die angeheizte Stimmung im Rahmen solcher Konzerte kam es in Greven auch zu Übergriffen auf Menschen, die nicht in das rechte Weltbild passen. Der Referent des Antifaschistischen Archivs Münsterland, Markus Gelder, verwies gleich auf 5 Rechtsrock-Konzerte, die in Greven seit Anfang 2004 durchgeführt wurden. "Auch wenn nur vom letzten Konzert Videomaterial vorhanden ist, liegt es auf der Hand, dass auch bei den vorangegangenen Konzerten Straftaten begangen und menschenverachtende Ideologien verbreitet wurden", führte Gelder bei der Vorführung von Ausschnitten des zweistündigen Konzertmitschnittes aus. Rechtsrock ist integraler Bestandteil einer extrem rechten Erlebniswelt, hierüber werden gezielt Jugendliche und junge Erwachsene an eine extrem rechte Szene herangeführt und in diese integriert. In den letzten Jahren hat sich auch im Münsterland eine aktive Rechtsrock-Szene etabliert, nicht zuletzt auch deshalb, weil ihre Konzerte in Greven recht reibungslos durchgeführt werden konnten. In neonazistischen Internet-Foren wurde sich daher auch des öftern löblich über das Verhalten der "Herren in Grün" ausgelassen. Welchen chaden die schweigende Toleranz gegenüber dieser Rechtsrock-Konzerte hinterlassen wird, ist nur schwer messbar. Dennoch hat sich hierüber, um die Rechtsrock-Band "Cherusker" aus dem Raum Osnabrück, eine Rechtsrock-Szene im Kreis Steinfurt und dem angrenzenden Osnabrücker Land etablieren können. Das Umfeld dieser Neonazi-Band stellt aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Organisationsstruktur für die durchgeführten Konzerte. Schließlich sind "Cherusker" selbst mehrfach in Greven aufgetreten. Erst vor kurzem hat diese Band eine eigene CD auf den Markt gebracht. Als Live-Band sind Cherusker in der Neonazi-Szene durchaus beliebt und angesehen. Darüber hinaus steht "Cherusker" auch den Produzenten der "Live in Greven 2006"-DVD nahe, schließlich sind diese mit einem Exklusiv-Interview auf dieser vertreten. Das vorgeführte Videomaterial stammt von einer DVD, welche aus dem extrem rechten Spektrum produziert wurde. "Nach Durchsicht des Videomaterials, erklärt sich mir auch, weshalb in der neonazistischen Szene in NRW, derart heftig über diese DVD gestritten wird", sagte Gelder im Verlauf der Veranstaltung. Neben den unzähligen Straftaten, die nicht nur von Besuchern, sondern auch von "Ordnern" begangenen wurden, machen sich auch einige Bands selbst durch Aufrufe zu Gewalttaten strafbar. Mit den Gewinnen, die diese DVD einbringen sollte, soll unter anderem ein eigenständiges Rechtsrock-Label aufgebaut werden, zumindest wird dies in Internet-Foren so bekundet. Daran, dass die DVD von Anhängern der rechten Szene aus der Region des Münster- und Osnabrücker Landes produziert wurde, besteht kein Zweifel. Ein Großteil der im Abspann gegrüßten Personen und extrem rechten Organisationen sind ebenfalls hier anzusiedeln. Auch hieran konnte im Vortrag belegt werden, dass es eine enge Verknüpfung zwischen organisierten Neonazis und der extrem rechten NPD gibt. So wurden "besondere Grüße" neben dem "Nationalen Widerstand Osnabrücker Land" vorallem auch den NPD-Kreisverbänden Münster und Osnabrück zu Teil. Nicht zuletzt der Umstand, dass in den letzten Jahren in Greven die Durchführung neonazistischer Konzerte und Liederabende derart einfach gemacht wurde, hat sich in den letzten Monaten auch der NPD Kreisverband Steinfurt vermehrt in Greven blicken lassen. Neben einer Saalveranstaltung, auf der bereits jetzt der Kreis Steinfurt als ein Schwerpunktgebiet für die Kommunalwahl 2009 ausgerufen wurde, führten die NPD-Anhänger auch eine Mahnwache in der Grevener Innenstadt durch. Dafür, dass der Kreis Steinfurt tatsächlich 2009 zu einem Schwerpunktgebiet im Kommunalwahlkampf der NPD werden könnte, spricht auch die Tätigkeit zweier im Kreis Steinfurt wohnhaften NPD-Mitglieder im Landesvorstand der NRW-NPD. Im Anschluss des Vortrages wurden sich unter den rund 50 Besucherinnen und Besuchern darauf verständigt in Zukunft keine weiteren neonazistischen Aktivtäten stillschweigend hinzunehmen. Weitere Koordinierungstreffen interessierter Bürger und Jugendlicher sind bereits in Planung. |
| Next > |
|---|



